Juferhaus in Bümpliz

Zwei zusammengebaute Wohnhäuser, um 1800 und 1890, renoviert 1987

Das Haus Bümplizstrasse 120 ist ein um 1800 errichteter Putzbau unter geknicktem Viertelwalmdach mit Korbbogenründi. Habliches Wohnhaus im Stil des ländlichen Spätbarocks. Fassaden mittels Sandsteinelementen gegliedert: Genutete Ecklisenen, kräftige Gurtgesimse. Auffällig sind die vorzüglichen, wuchtig profilierten Fensterbänke.

Südostfront flankiert von breiten, frontbündigen Obergeschosslauben: die nordöstliche auf polygonalen, säulenartigen Holzstützen; die südwestseitige über Zungenmauer mit Türe. Das Ründifeld in wohl nachträglich verputztem Rieg trägt seit 1915 zwei aufgemalte Wappen (Gemeinde Bümpliz und eine Verschmelzung der Familienwappen Jufer und Schmid). Schöne, massive Türen am erschliessenden Quergang. Veränderungen (Verrandung der Lauben; Ersatz der Büge) fallen nicht ins Gewicht.

Der Front vorgelagert ist ein im Halbrund gestalteter Garten mit Sodhaus Nr. 120A. Dieses, ein Ständerbau unter geknicktem Walmdach, datiert vermutlich ebenfalls aus der Zeit um 1800. Als einer der letzten Nebenbauten dieser Art in Bümpliz dokumentiert er seine einst existentielle Bedeutung. Davor Kalksteinbrunnen mit halbovaler Schale. Das Haus Bümplizstrasse 122 wurde wohl um 1890 nordwestseitig quer an Nr. 120 angebaut. Solider Putzbau unter Satteldach mit geringfügig höher liegendem First; Ecklisenen, Fenster- und Türrahmen aus Sandstein, Giebelfelder ehemalig in Rieg. Der nordwestseitige Eingangsvorbau mit Säulen dient im Obergeschoss als Terrasse; die Portalachse ist zusätzlich mit einem Quergiebel ausgezeichnet. Schweizer Holzstil.

Als einer der selten gewordenen Zeugen des ehernaligen Dorfes und als alte Post (1906-12) kommt dem Gebäude besondere Bedeutung zu. Die hinter das Alignement zurücktretende Südostfront dominiert den ihr zustehenden Raum, insbesondere in Verbindung mit dem Gasthof Sternen als Gegenüber. Eine Umzäunung in den ursprünglichen Dimensionen mit ursprünglichen Torpostamenten schafft den gebührenden Abstand zum Strassenraum.

HP.R. 1993 / ste 2016
Quelle: bauinventar.bern.ch | © Bauinventar 2017, Denkmalpflege der Stadt Bern | Büm